Dank für Gotthard Grundmann


Als im vergangenen Herbst die Mitglieder der katholischen Kirchenverwaltungen neu gewählt wurde, suchten die Wähler der Pfarrgemeinde St. Antonius in Oberkotzau einen vertrauten Kandidaten vergeblich auf dem Wahlzettel: Gotthard Grundmann. Seit fast fünf Jahrzehnten hatte sein Name nie dort gefehlt, doch nach 48 Jahren Mitgliedschaft in diesem Gremium hatte er darum gebeten nicht mehr in dieses Amt gewählt zu werden, weil, wie er seine Bitte begründete, „eine weitere Tätigkeit in diesem Gremium aus Altersgründen nicht mehr angezeigt ist“. Am vergangenen Sonntag (11-02-2007?) nun wurden ihm während des Gottesdienstes Dank und Anerkennung für dieses äußerst ungewöhnliche Engagement ausgesprochen. Im Namen des Bistumsleitung überreichte Pfarrer Joachim Cibura die Dankurkunde des Erzbischofs Dr. Ludwig Schick, in der seine großen Leistungen gewürdigt wurden.

Unter vier Pfarrern hat Gotthard Grundmann in vielen Bereichen des pfarrlichen Lebens von St. Antonius an verantwortlicher Stelle mitgewirkt. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahre 1946 leitete er zunächst die Katholische Jugend der Pfarrei und war lange Zeit Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Darüber hinaus stand er seit 1953 an der Spitze der Ortsgruppe der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, für deren Ziele er sich tatkräftig und unermüdlich einsetzte, wobei es ihm vor allem darum ging, von der Grundlage der Katholischen Soziallehre her die Gesellschaft mitzugestalten. Besonders war ihm dabei die Bildungsarbeit angelegen, weshalb er über viele Jahrzehnte hin die Arbeit der Erwachsenenbildung in Oberkotzau plante und leitete. Als er im Jahre 1959 zum ersten Mal in die Kirchenverwaltung gewählt wurde, konnte er noch nicht absehen, welch große Projekte unter seiner Mitwirkung verwirklicht werden sollten: Er arbeitete mit an Planung und Bau der St.-Antonius-Kirche, beim Bau des Pfarrhauses, des Kindergartens und des Schwesternhauses. Bei der Errichtung des neuen Pfarrheimes übertrug man ihm die Gesamtverantwortung für Planung und Baudurchführung, ebenso beim Umbau des ehemaligen Betsaales in der Hofer Straße zu einem Wohnhaus.

Pfarrer Joachim Cibura dankte Gotthard Grundmann im Namen der Pfarrgemeinde für die ungewöhnlich lange Zeit der Mitgestaltung am Leben der Pfarrei, ebenso wie der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Nikolaus Raab, der auch auf seine Funktion als Verbindungsmann zwischen Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat hinwies. Besonders hob Raab die meditativen Beiträge Grundmanns bei den Adventfeiern und seine Tätigkeit als Fotograf bei pfarrlichen Festen hervor. In seiner Antwort auf die Dankeswort betonte Gotthard Grundmann, dass seine Arbeit für ihn eigentlich eine Selbstverständlichkeit gewesen sei. Sein Leitspruch für alle Tätigkeiten im Bereich der Pfarrgemeinde sei stets gewesen: „Gott hat uns Talente ins Leben mitgegeben. Wir sind verpflichtet, mit ihnen zu seiner Ehre und zum Wohle anderer zu arbeiten“.

Die Gottesdienstbesucher dankten ihm für seine Arbeit mit einem lang andauernden Applaus.



Dankesworte für Gotthard Grundmann, von links:
Gotthard Grundmann, Pfarrer J. Cibura und PGR-Vorsitzender N. Raab