Liebe Gemeinde!

Die erste Zeit mit Corona haben wir überstanden. Die ersten Lockerungen greifen. Das Leben normalisiert sich langsam wieder. Gottesdienstlose Wochen liegen hinter uns. Am meisten fühlten wir das in der Osterwoche. Aber auch die Konfirmation ist ausgefallen. Im Lutherstift gab es weder Besuche noch Gottesdienste. Kindergruppen fielen aus, Jugendkreise, Hauskreise, Chöre Gemeindeveranstaltungen. Kinder durften ihren Kindergarten nicht mehr betreten.

Nun gibt es endlich einen Lichtblick: Gottesdienste dürfen wieder sein. Was für ein Geschenk! Ich freue mich darauf. Wir dürfen wieder gemeinsam singen, wenn auch noch etwas verhalten. Dank unserer großen Jakobuskirche dürfen wir immerhin mit circa 90 Besuchern Gottesdienste feiern – gut verteilt auf ausgewiesenen Plätzen.

Wir werden noch eine Zeitlang Masken tragen, uns die Hände desinfizieren und auf Abendmahlsfeiern verzichten müssen. Aber wir dürfen wieder zusammenkommen, füreinander beten, Gottes Wort für uns hören und unter dem Segen in eine neue Woche gehen. Wir sollten für die kleinen Schritte hin zur Normalität dankbar sein. Der Anfang ist gemacht. Das ist doch schon was.

Klar, die Gottesdienste werden jetzt eine etwas andere Form haben. Wir werden keine Gesangbücher benutzen, wir werden auf Abstand sitzen und werden verkürzte Gottesdienste haben, - aber wir haben sie. Wir haben nicht gleich alles auf einmal, aber wir kriegen es nach und nach.

Haben wir das nicht alle in der Krise lernen müssen, dass es gut ist, geduldig zu sein? Geduld lernt man nur mit Geduld. Sie wird erworben im Ausharren. Sie bekommt man meist nur in einem schmerzlichen Prozess, aber der ist dafür nachhaltig. Jeder von uns hat in den letzten Wochen seine ganz eigenen Erfahrungen damit gemacht.

Herzliche Einladung zum Wiederbeginn der Gottesdienste am Muttertag! Bitte bringen Sie einen Mund-Nasen-Schutz mit. Ein Mitarbeiterteam wird vor Ort sein und Sie in die kleinen Besonderheiten einweisen.

Kantate ist der erste Sonntag, an dem die Kirchen geöffnet werden. Wir wissen um die Kraft der Lieder gesungen von den Balkonen der Italiener aus. Nun sind wir eingeladen, einzustimmen und Gott zu danken.

Pfr. Baderschneider

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Gemeinde!

Corona, die größte Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg. Ein Schrecken globalen Ausmaßes. Nachrichten, die fast täglich düsterer werden. Erkrankungen kommen immer näher in unserem Bekanntenkreis. Wie sollen wir angesichts schlimmer Aussichten weiterleben? Angst geht um. Angst um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen. Angst um den Verlust der Arbeitsstelle und des Verdienstes. Angst wegen zu geringer Zahl von Intensivpflegebetten und einem qualvollen Sterben. Auch junge Menschen kennen inzwischen diese Angst.

Manche sagen, Corona sei eine Strafe Gottes und verweisen auf die Versäumnisse und Gottlosigkeit in der Gesellschaft. Jetzt wolle es Gott diesen Leuten zeigen, dass sie ihn vergessen haben. Diese Erklärung ist mir zu einfach und manchmal auch ein wenig selbstgerecht.

Andere sagen, das Virus sei eine Herausforderung, ein Charaktertest für unsere Gesellschaft, in wieweit wir bereit wären, Rücksicht auf Schwächere zu nehmen und uns für die Kranken einzusetzen.

Wieder andere sagen, es sei eine Aufforderung zur Neuorientierung. Wir sollten das Ruder der immer schnelleren Taktung unseres Lebens herumreißen und begreifen, worauf es im Leben ankomme.

Auf jeden Fall ist das Virus viel mehr als nur ein medizinisches Problem. Unser Volk spürt, dass sich etwas verändert hat und verändert. Wir alle fühlen, es gibt keine absolute Sicherheit. Wir spüren unsere eigene Verletzlichkeit und Endlichkeit. Uns drängt sich die Frage auf: Was bleibt? Was hat Bestand, wenn mein Leben zu Ende gehen sollte? Welche Spuren würde ich zurücklassen? Lebe ich eigentlich, wozu mein Leben gedacht war?

Mitten in der Vollbremsung des öffentlichen Lebens meldet sich eine innere Stimme, die wir erfolgreich weggedrückt hatten. Viele haben den Eindruck, Gott wolle sich neu in ihr Leben hineinschieben. Die Krise macht hellwach, auch für Gottes Stimme.

Die Krise ist eine Chance, unser Leben zu überprüfen und uns neu zu orientieren. Wir könnten die Bibel und das Gebet neu entdecken und beidem wieder einen Raum in unserem Alltag geben. Manche stellen abends eine Kerze ins Fenster und beten, wenn die Kirchenglocken läuten.

Neu: Bei uns läuten sie ab sofort in ökumenischer Verbundenheit täglich um 19.00 Uhr.

Gebet für unser Land, für unsere Kranken, für die Infizierten in allen Teilen dieser Welt, für Ärzte, Helfer und Pflegekräfte, für die Politiker und natürlich für unsere eigenen Angehörigen.

In den Psalmen könnten wir eine Sprache finden, wenn uns die Worte zum eigenen Beten schwerfallen sollten. Die Losung am frühen Morgen mit zwei Bibelworten und einem Gebetsvers könnte uns helfen, mit Gott in den Tag zu starten. Auf den folgenden Seiten gebe ich Ihnen viele gute Worte an die Hand, die Ihnen eine Hilfe sein können und Ihnen Halt geben können.

Gerne bin ich auch persönlich für Sie da, wenn Sie jemand zum Reden oder zum Beten brauchen. Wir können das gerne auch am Telefon tun. Haben Sie keine Scheu, mich anzurufen unter der Nummer 09286-382. 

Wenn zurzeit alle Gottesdienste ausfallen müssen, nutzen Sie die Chance der Online-Gottesdienste. Sie finden ein breites Angebot auf dieser Homepage.

Behüt´ Sie Gott und kommen Sie gut durch diese Krise

Pfr. Baderschneider